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Nichts
auf dieser Welt ist uns sicher.
Deine eigene Frau mag dich verlassen.
Deine Kinder mögen sich als undankbar erweisen, trotz aller Opfer, die
du für sie gebracht hast.
Deine besten Freunde, denen du jahrelang vertraut hast, können dich
eines Tages betrügen.
Du magst dein Vermögen verlieren.
Dein Ruf, deine Ehre können in ein Nichts zerrinnen.
Diejenigen, die am meisten vor dir in die Knie gesunken sind, werden
vielleicht die ersten Steine nach dir werfen, wenn sich dich nicht mehr
brauchen.
Der einzige, absolute uneigennützige Freund, den der Mensch in dieser
selbstsüchtigen Welt hat, ist sein Hund.
In der ärmsten Hütte ist er genau so glücklich wie im größten
Palast; bei dir will er sein.
Der einzige, der dich nicht betrügt.
Wenn du ein Bettler bist, bewacht und verehrt er dich, als wärest du
ein Prinz.
Wenn du von Haus und Hof vertrieben wirst, wenn alle, alle dich
verlassen; dein Hund verlässt dich nicht.
Hast du kein Obdach mehr und musst im Freien schlafen, will er keine
andere Belohnung, als bei dir zu sein.
Auch wenn du verhungern müsstest, bliebe er dir treu.
Er hungert mit dir und küsst und leckt die leere Hand, die ihm kein
Futter reichen kann.
Solltest du plötzlich tot umfallen, er weicht nicht von dir.
Er muss eher erschossen werden, als dass er dich im Stich ließe.
Bist du dann in der kühlen Erde, und er kennt die Stelle, dort an
deinem Grab findet man ihn.
Er scharrt, als wolle er dich wieder ausgraben.
Er legt seinen Kopf zwischen seine Pfoten und trauert um dich, - er -
dein bester Freund,
dein Hund!"
01.06.1961
- Ed. Boshardt
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